Das Berufsbild
Die Tätigkeit des Konservators-Restaurators besteht in der Untersuchung, Konservierung, Restaurierung, Pflege und Erforschung von Kunst- und Kulturgut, einschliesslich Beratung in diesen Bereichen. Unerlässliche Voraussetzung für diese Aufgabe ist ein abgeschlossenes Studium und kontinuierliche Weiterbildung. Von grosser Bedeutung ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen restauratorischen Fachbereichen und mit anderen Fachleuten aus dem weiten Gebiet der Kunstwissenschaft. Der Konservator-Restaurator arbeitet selbständig oder im Angestelltenverhältnis für öffentliche und private Institutionen wie Museen, Pfarreien, Denkmalpflege und andere staatliche Einrichtungen, aber auch für Privatpersonen.
Der Konservator-Restaurator unterscheidet sich von handwerklichen oder künstlerischen Berufen grundsätzlich dadurch, dass er keine materiellen oder kulturellen Neuwerte schafft.
Tätigkeiten
- Untersuchung
- Forschung
- Schadensprävention
- Konservierung
- Restaurierung
- Dokumentation
Untersuchung
Bei der Untersuchung werden die materielle Zusammensetzung und der Erhaltungszustand eines Kulturgutes analysiert.
Insbesondere sind dabei Ursachen von Schäden und Zerfallserscheinungen zu ergründen und nachträgliche Veränderungen zu identifizieren. Die umfassende Kenntnis eines Werkes bildet die Grundlage für das zu erstellende Konservierungs- und Restaurierungskozept, wie auch für die Wahl der Methoden und den Umfang der vorzunehmenden Eingriffe. Für eine sorgfältige Untersuchung ist einerseits das Umfeld eines Objektes einzubeziehen, anderseits sind auch vorhandene Dokumente und Archivalien auszuwerten.
Nebst der historischen und kunstgeschichtlichen Analyse ist die Untersuchung Bestandteil der kunstwissenschaftlichen Aufarbeitung und Erforschung.
Forschung
Restauratorische Forschung beinhaltet die systematische Untersuchung von Zielobjekten oder Werkgruppen, mit dem Ziel, sie wissenschaftlich zu erschliessen und eine vertiefte Kenntnis des Zustands, der Gestaltungstechniken und der historischen Werkstoffe zu erlangen. Eine weitere Aufgabe ist die Grundlagenforschung, die sich mit den Auswirkungen äusserer Einflüsse auf die Erhaltung und mit den Restaurierungswerkstoffen und –methoden befasst.
Schadensprävention
Gemäss heutiger Auffassung von Kunst- und Kulturpflege gilt es in erster Linie, an einem Werk Schäden zu verhindern, damit strukturelle Eingriffe möglichst vermieden werden können. Einerseits ist es dazu erforderlich, die verschiedenartigsten Schadensquellen umfassend zu erkennen und entsprechende Massnahmen zu treffen. Anderseits ist es unerlässlich, dass bei der Präsentation, Nutzung, Lagerung und beim Transport eines Werkes die geeigneten Bedingungen gewährleistet sind. Bei der Prävention geht es folglich sowohl darum, optimale Voraussetzungen beim Umgang und im Umfeld von Kulturgut zu schaffen, als auch vorbeugende Massnahmen an den Objekten selbst zu treffen.
Restaurierung
Die Restaurierung schliesst alle Eingriffe und Behandlungen ein, die der Wiederherstellung eines bestimmten historischen Zustands dienen und die zur Lesbarkeit, zur ästhetischen Integrität oder zur erneuten Verwendung eines Objektes beitragen.
Restauratorische Eingriffe sind oft irreversibel und verlangen grösste Sorgfalt bei der Planung, Begründung, Ausführung und Dokumentation.





